Who's my cap? ... Hoocap
2013.01.20 15:08:09

Aufgrund eines Hinweises in einem Thread im dslr-forum bin ich auf ein neues Foto-Gadget gestoßen: Hoocap
Was ist Hoocap?
Hoocap ist eine Kombination aus Streulichtblende und Objektivdeckel. Das klang so interessant, dass ich mir gleich mal eine für mein Canon EF-S 17-55/2,8 IS USM bestellt habe.


Das Funktionsprinzip ist genial einfach. Die beiden langen Flügel der tulpenförmigen Streulichtblende sind nicht starr, sondern besitzen ein Scharnier und werden über einen Federmechanismus offengehalten. Im zugeklappten Zustand decken sie die Frontlinse vollständig ab. Dabei kann man sie um 90° drehen, was die Flügel in dieser Position verriegelt. Zum öffnen werden die Flügel einfach wieder um 90° zurückgedreht, durch die Federmechanik springen sie automatisch wieder auf.
Vor weiteren Erklärungen erst mal ein paar Bilder, dann kann man sich vermutlich mehr darunter vorstellen.
Die Hoocap kam in einer Blister/Karton-Verpackung an. Nach dem Entfernen des Kartons ließ sich der Kunststoff recht einfach öffnen ohne das bei Blisterverpackungen übliche Verletzungsrisiko.
Hoocap Verpackung

 

Und so sieht die Hoocap am 17-55 aus.
Links: Originalblende / Mitte: Hoocap offen / Rechts: Hoocap geschlossen
Hoocap Objektiv


Hoocap geschlossen von vorne.
Hoocap Vorne


Die Hoocap macht von der Verarbeitung her einen recht ordentlichen Eindruck. Die Federmechanik ist von der Stärke so ausgelegt, dass sich die Flügel relativ leicht einklappen lassen. Sie ist jedoch stark genug, dass sie vermutlich auch längerfristig ihren Dienst tun wird.
Da ja die Flügel im geschlossenen Zustand durch drehen arretiert werden, besteht beim Öffnen die Gefahr (wenn man zu weit dreht), dass man die Blende vom Objektiv abschraubt. Um dem vorzubeugen hat die Hoocap eine Verriegelung, damit lässt sich die Blende nicht mehr vom Objektiv entfernen.
Hoocap Verriegelung


Nach der ersten Begutachtung habe ich die Maße zwischen der Originalblende EW-83J und der Hoocap verglichen.
Hoocap Daten

EW-83J Hoocap
Durchmesser lange Flügel (A) 108 mm 116 mm
Durchmesser kurze Flügel (B) 105 mm 110 mm
Höhe lange Flügel (C) 61 mm 68 mm
Höhe kurze Flügel (D) 36 mm 37 mm
Breite lange Flügel (E) 50 mm 94 mm
Höhe eingeklappt - 37 mm
Gewicht 42 g 72 g

 

Aufgrund des Umstandes, dass die langen Flügel bei der Hoocap aussen wesentlich breiter sind, hatte ich dann erst mal die Befürchtung, dass es an den Rändern eventuell zu Vignettierung kommt. Daher machte ich für einen Test mit beiden Blenden eine Aufnahme einer hellen Fläche bei 17 mm und Offenblende. Dabei war kein Unterschied zur Originalblende festzustellen.
Hoocap Vignettierung


Sehr schön an der Hoocap ist, dass das Objektiv mit aufgesetzter Blende etwas weniger Stauraum benötigt. Das kann ein großer Vorteil sein, wenn es im Fotorucksack eng hergeht und zum Verstauen die Blende normalerweise umgedreht werden muss.

Einen Kritikpunkt habe ich jedoch: Die Originalblenden von Canon sind innen mit einem matten Filz ausgekleided um Streulicht zu mindern. Dies fehlt bei der Hoocap. Der Kunststoff ist zwar innen matt, reflektiert das Licht naturgemäß aber etwas mehr als der Filz. Ob sich das in der Praxis auswirkt bleibt abzuwarten.

Zusammengefasst macht die Hoocap einen guten Eindruck. Der Preis liegt gegenwärtig bei ungefähr 40 Euro. Das klingt erst mal nach viel, man muss aber bedenken, dass die Originalblende nicht beim Objektiv dabei ist und zusätzlich erworben werden muss. Bei einem Preis von durchschnittlich 35 bis 45 Euro für das Original ist somit die Hoocap eine preislich gleichwertige Alternative. Wenn man schon eine Streulichtblende besitzt (so wie ich) wird man sich die Investition vermutlich überlegen.
Ich für meinen Teil werde die Hoocap behalten und ihr einen Chance im Praxiseinsatz geben. Dieser steht aufgrund der momentanen Wetterlage noch aus.

Leider gibt es die Hoocap vorerst nur für (sehr) wenige Objektive. Genaugenommen nur für das Canon EF-S 17-55/2,8 IS USM, das Nikon AF-S DX Nikkor 17-55mm F2.8G IF-ED und die beiden Sony SEL-1855 E18-55 mm F3,5-5,6 / SEL-16F28 E16 mm F2,8. Es wird sich noch zeigen, ob und wann weitere Modelle folgen werden. Wenn sich die Hoocap im Praxiseinsatz bewährt, hätte ich auch gerne eine für mein zweites Immerdrauf, das EF 70-200/2,8 IS USM II.

Infos und Bezugsquelle: http://www.hoocap.de



Tags: Fotografie


 

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